Helga und Richard Altorfer: Istrien hat unsere Herzen erobert

Helga richard altorfer

Durch einige Schweizer Freunde hatte ich die Ehre, das Ehepaar Altorfer kennenzulernen. Jene wussten nämlich über meinen Ursprung Bescheid und erzählten mir deshalb von den Plänen des Paares für die Zukunft im Zusammenhang mit Kroatien. Die Altorfers haben bisher schon fast die ganze Welt bereist und lernten so die verschiedensten Kulturen und Länder kennen. Was aber hat dann zum Entschluss geführt, dass sie nun ihren dritten Lebensabschnitt in Kroatien verbringen möchten?

Vor dreissig Jahren machte sich Herr Altorfer auf den Weg und erkundete die Schönheiten Kroatiens und dessen Nachbarländer, indem er auf vier Rädern und ohne grossen Luxus herumfuhr. Die Sehenswürdigkeiten von Mostar, Dubrovnik, Dalmatien und anderer Orte, die er damals entdeckt hatte, hinterliessen einen nachhaltigen Eindruck auf ihn.

Frau Altorfer durfte Kroatien über die Geschichten ihrer begeisterten Grosseltern kennenlernen, welche mehrere Jahre hintereinander ihre Ferien in Split und Dubrovnik verbracht haben. Besonders ihr Grossvater hat Kroatien so sehr ins Herz geschlossen, dass es sein letzter Wunsch war, dass seine Asche an jenem Ort im Adriatischen Ozean verstreut wird, welchen er so sehr liebte.

Der Krieg in Kroatien, welcher durch verschiedenste Bilder und Fernsehreportagen für Angst und Unsicherheit sorgte, schreckte die Altorfers, wie auch andere Touristen ab, ihre Ferien dort zu verbringen. Nach diesen traumatisierenden Neunzigerjahren hatte Frau Altorfer alles andere als eine positive Meinung im Zusammenhang mit Kroatien, da sie, wie viele andere Schweizer auch, zu wenig mit der damaligen politischen Situation vertraut war. Nachdem Herr Altorfer lange versucht hatte, seine Frau davon zu überzeugen, dass all dies nun Vergangenheit wäre und eine Reise nach Kroatien sicher sei, beschloss das Ehepaar im Jahre 2000 seinen Urlaub dort zu verbringen. Frau Altorfer suchte und fand übers Internet ein Ferienhaus in einem Ort namens Slivari.
– Es war Liebe auf den ersten Blick – erzählt Frau Altorfer. – Die Stille, welche über diese kleine und einfache Ortschaft herrschte, eroberte kurzerhand unsere Herzen. Die Gastfreundschaft und Toleranz der sympathischen Vermieter verführte sie dazu, auch im darauf folgenden Jahr die Ferien dort zu verbringen.

– Ich bin in einer Schweiz aufgewachsen, die damals vier Millionen Einwohner zählte. Heute hat sich diese Zahl verdoppelt. – so begründet Herr Altorfer seine Gedankengänge.– Die Ruhe und Entspanntheit in Istrien, welcher wir während unseren Spaziergängen mit unseren Hunden Leoni und Amiata begegnen durften, bewegte uns dazu, uns über den Bau einer Immobilie in dieser atemberaubenden Landschaft zu erkundigen.

Dank der Doppelbürgerschaft von Frau Altorfer (CH/D) bekamen sie ein Jahr darauf grünes Licht und begannen am 08. Februar 2013 die Arbeiten an ihrem neuen Heim im Örtchen Feštini, neben Žminj. – Diese ganze Prozedur verlangt etwas mehr Geduld, wenn es um uns Schweizer geht – erklärt Frau Altorfer und begründet dies damit, dass zwischen Kroatien und der Schweiz (noch) keine billateralen Verträge bestehen. Aber sie wollen ihren Lebenstraum so bald wie möglich realisieren. Im Moment besuchen sie diverse Kurse und lernen die kroatische Sprache, um ihre zukünftigen Nachbarn besser verstehen, und sich in der neuen Umgebung orientieren zu können.

– Wir werden uns den Frühling und Herbst verlängern und diese Zeit in Istrien verbringen – berichtet Frau Altorfer euphorisch, während ihr Mann lächelnd erzählt, dass er sich dank der italienischen Wurzeln seiner Mutter schon immer im Süden zu Hause gefühlt hat.

Text und Foto: Ruža Studer
Übersetzung: Katarina Dujmović
Luftaufnahme von Žminj: Ivan Ivić

Helga und Richard Altorfer - zukünftige Istrier.
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Žminj und Umgebung.
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Die unverkennbare Panorama von Žminj.
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